Im Frühjahr 1937
reist der schwedische Anarchist Rudolf Berner durch Nazi-Deutschland. Unauffällig
als Tourist getarnt besucht er anarchistische Genossinnen in Düsseldorf,
Berlin, Wuppertal und Leipzig. Sein Bericht erscheint 1940 in Schweden:
Halb fiktiv, halb dokumentarisch gibt er einen Zustandsbericht des anarchistischen
Widerstandes, kurz bevor er fast vollständig zerschlagen wurde. Berner
gibt nicht nur einen Eindruck von der Repression, die auf den Familien
lasteten und gibt einen Einblick in eine Welt, die immer noch kaum bekannt
ist, sondern er stellt auch die Hoffnungen dar, die auf den Kämpferlnnen
im Spanien lag. Um die Genossinnen nicht unnötig in Gefahr zu bringen,
änderte er alle Eigen-und Städtenamen. Die Herausgeber des erstmals
in deutscher Sprache erscheinenden Berichts, Andreas G. Graf und Dieter
Nelles, stellten umfangreiche Recherchen an und konnten die meisten Namen
entschlüsseln.
Ergänzt wird der Bericht Berners durch die Darstellung des Widerstandes und des Exils deutscher Anarchistinnen. Viele von ihnen kämpften im spanischen Bürgerkrieg, den sie als Kampf gegen den Faschismus begriffen und der damit eine Hoffnung für den Widerstand in Deutschland darstellte. Eingängig schildern die Herausgeber die Geschehnisse und Erlebnisse. Zusammen mit dem Bericht Berners entsteht ein Bild einer Zeit, die immer noch zu unbekannt ist und die zu lange auf das Erinnern an den Widerstand der Geschwister Scholl und den 20. Juli reduziert war. So ist dieses Buch nicht nur überaus interessant, sondern auch wichtig. Dazu gibt es eine umfangreiche Bibliographie, ein Register und viele Fotos. Wer sich vorab interessiert, kann auch im Internet ergänzende Materialien (weitere Infos, Zeitzeugenreaktionen auf das Buch, etc) erfahren. http://www.free de/dada/berner/htm.