Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus - DadA 

Abteilung: Periodika 1798 - 2001 ff.
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DadA-Periodika, Dok.-Nr.: DA-P0000937


freiraum

Untertitel: Zeitschrift der Anarchistischen Föderation Südbayern (bis Nr.6); Journal der toten Bewegung; Zeitung aus dem Nichts (Nr.19); Anarchistische Zeitung gegen schwarz-weiß (Nr.26)
Motto: Nur die Phantasielosen flüchten in die Realität
Herausgeber: Anarchistische Föderation Südbayern (AFS), (Nr.1-6); Rolf Ficker (Nr.8); Fred Steinsdörfer (Nr.9); M. Eisenbart (Nr.10-11); M. Schmerda (Nr.12); Initiative für eine freie & selbstbestimmte Presse (Nr.25)
Redaktion: S. Klos (v.Red. Nr.5); Matthias Nispel (v.Red.); W. Herzog (v.Red.); Karl Schnitzler (v.Red.); Heinz Brunner (v.Red.); Konrad Frank (v.Red.); Stefan Kafka (v.Red. Nr.8); Christoph Ernst (v.Red. Nr.9); M. Eisenbart (v.Red. Nr.10-11); C. Schmerda (v.Red. Nr.12); [weiter wechselnd, auch fiktive Personen z.B.:] Adrian Leberkühn (Nr.2), E. Goldman (Nr.18), Otto Rühle (Nr.17); T. Obermanns (v.Red., Nr.25)
Körperschaften: Anarchistische Föderation Südbayern, München; Initiative für eine freie und selbstbestimmte Presse, München
Verlag: Selbstverlag; GNN-Verlag Süd GmbH (Nr.25)
Druck: Eigendruck; E.i.S.
Ort: München
Land: Deutschland <Bundesrepublik>
Erscheinungszeitraum: Jg.1 (1984) -
Erscheinungsverlauf: Jg.[1] (1984), Nr.0 (Jan.), 1, 2 (Mai/Jun.), 3 (Jun.), 4, 5 (Sep.), 6 (Okt./Nov.), 7
Jg.[2] (1985), Nr.8, 9, 10, 11
Jg.[3] (1986), Nr.12, 13, 14 (nicht ersch.), 15, 16
Jg.[4] (1987), Nr.[17] (Frühl.), 18 (Sommer), 19 (Herbst), 20 (Winter) Jg.[5] (1988), Nr.21 (Frühl.), 22
Jg.[6] (1989), Nr.23 (Sommer), 24 (Herbst)
Jg.[7] (1990) - Jg.[12] (1995), nicht ersch.
Jg.[13] (1996), Nr.25 (Herbst)
Jg.[14 (1997), Nr.26 (Herbst)

Erscheinungsweise: monatlich; unregelmäßig
Auflage: 1500; 1000 (Nr.25)
Preis: 3,- DM; 4,- DM (1989); 5,- DM (Nr.25)
Typographie: Offset
Format: DIN A4, ca. 40 - 70 S.
Rubriken: Herzschläge (Erklärungen zu Aktionen); Rezensionen
Bemerkungen: Anfänglich von der Anarchistischen Föderation Südbayern (AFS) als Kommunikations- und Diskussionsforum anarchistischer Gruppen herausgegeben entwickelte sich der freiraum nach der Auflösung der AFS zu einer überregionalen Zeitschrift. Der Inhalt war bestimmt von den meist kommentarlos abgedruckten Leserbriefen, Flugblättern und Bekennerschreiben, so daß die Zeitschrift schon nach den ersten Nummern einer beispiellosen Verfolgung durch die Strafverfolgungsbehörden ausgesetzt war. Dieses Konzept wurde sowohl von den Lesern als bloße "Sammlung aller aktuellen Flugis" ohne Hintergrundberichte kritisiert als auch von der Redaktion in Richtung Leserschaft bemängelt: "Die Zeitung sieht genau so aus, wie ihr es bestimmt. Die Redaktion hat rein technische Aufgaben, d.h. sie stellt eure Artikel zu einer Zeitung zusammen. Warum? Weil wir sowas für verdammt wichtig halten und weil es sowas kaum noch gibt. Anscheinend seid ihr aber zu blöd, zu faul oder feige, um irgendwas in der Richtung auf die Reihe zu kriegen." (Nr.22, S.3) Nach dieser frustrierten Kritik bezüglich der mangelnden Mitarbeit wurde die Zeitschrift mit der Nummer 24 eingestellt. Dabei ist bemerkenswert, daß die Redaktion nicht wegen der oben angesprochenen Kriminalisierung aufgeben mußte. Als presserechtliche Verantwortliche wurden nach jeder Nummer wechselnde Einzelpersonen (auch fiktive) angegeben.
Mit der Nr.25 vom Herbst 1996 meldet sich der Freiraum wieder zurück. Durch den Nachdruck des Vorwortes aud der Nullnummer von 1984 "An Alle" wird auf die frühere Ausgabe direkt bezuggenommen. In weiteren Artikeln wird kurz die Geschichte des Freiraums aufgezeigt und der Anspruch des neuen Freiraums erläutert. Dazu heißt es unter "Warum FREIRAUM?" (S.2): "Wir fühlen uns teilweise in der Tradition des alten Freiraums, unzensierte Artikel heraugeben zu wollen, die neue Denkweisen anschneiden können, vielleicht auch anecken, aber trotzdem gelesen werden sollen. Andererseits wollen wir eine Diskussionsmöglichkeit bieten, und nicht jede Menge Bekennerschreiben oder Ähnliches veröffentlichen. Wir wollen nicht den Fehler des alten Freiraums wiederholen und uns in die Illegalität drängen lassen." Und weiter unter "Was wir wollen": "Wir wollen die theoretische Politik wieder auf den Boden holen, Gefühlen und Zweifeln Raum bieten. Wir gehen davon aus, daß es kein Schwarz oder Weiß gibt, kein Falsch oder Richtig und keinen geraden Weg zu einer einfachen Lösung." Gleichzeitig wird eine restriktive "Szene-Moral" diagnostiziert in der es "nicht mehr um Inhalte, das Suchen nach neuen Wegen oder neuen Fragen", sondern um "Wohlverhalten" geht. In Folge dessen sind die Themen der Nummer 25: "Über Szene und PC-Verhalten", "Gedanken zum Thema Zensur", "Die Sprache des linken Mythos", "Arranca! Nr.8" (Diskussion zur Sexualität) und "Grundlagen für die Erneuerung des Denkens".

Repression: Es wurden fast alle Ausgaben bis Nr.24 beschlagnahmt und die Verantwortlichen nach §§ 90a, 111 und 129a StGB verfolgt.
Anschrift: Freiraum, Café Schädel, Preysingstraße 18, D-81667 München
Standort: BdF Berlin: Nr.21, 23; AsB Bremen: komplett; SUB Bremen: Nr. 1.1984 (Nr.14 nicht ersch.) - : SIGN.: v pol 056.9/943; TtE Köln: 2, 4-13, 15-16, 18-24; CIRA Lausanne: H.2, 4-8 : SIGN.: Pd 523; BSB München: 0.1984 - 24.1989 : SIGN.: 4 Bavar. 87.276; DBZ Stuttgart: 1.1984,0 - 6.1989,24 : SIGN.: DZ 377
ZDB-Ident.: 155976; 390183 (BK)
Literaturhinweise: Drücke: Zwischen, S.236-238; Freiraum Nr.12 erneut beschlagnahmt. - In: s'Blättle (1986), Nr.114, S.8; Freiraum Nr.16 beschlagnahmt. - In: Schwarzdruck (1987), Nr.40, S.19; Jenrich, S.177-181 (S.179: Abbildung der Titelseite von Nr.3, 1984); Die Krise der autonomen Medien, S.4; Neues vom FREIRAUM. - In: direkte aktion <Hamburg> (1984), Nr.46, S.19; Projekt Gedächtnis, S.5; Schwarze Texte, S. 83-85, 87, 142-143; Tolmein, Oliver: Das Grundgesetz lügt. Zensur in der BRD. - In: Verzeichnis der Alternativmedien 1989, S.44-45; 20 Jahre radikal, S.189
Bibliographien: Drücke: Zwischen, Nr.2/166; Jenrich, Nr.113; Verzeichnis der Alternativmedien 1989; Verzeichnis der Alternativmedien 1997/98
Quellen: Autopsie: Nr.0-25
Publikationsform: Zeitschrift, Leserzeitschrift, Infosammlung
Libertärer Bezug: Hausbesetzung; Autonomie; anarchistisch
Bearbeitungsstand: 14.07.2001

(c) Projekt DadA, Libertad Verlag Berlin, Köln & Potsdam 2001

Anmerkungen, Ergänzungen, Kritik sind erwünscht an: berlin@dadaweb.de oder koeln@dadaweb.de


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